TL;DR
- Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard: KI-Clients sprechen per JSON-RPC mit Hilfsprogrammen über stdin/stdout (stdio).
polycrate mcpstartet genau solch einen MCP-Endpunkt: Er wird vom Client bei Bedarf als Subprozess gestartet – kein separater Dienst, den Sie im Workspace-Root mitcd …„hochfahren“, und nicht der Befehlpolycrate mcp server(den es so nicht gibt).- Die mitgelieferten Tools liefern u. a. Polycrate Hub (Blöcke suchen, inspizieren, Versionen), offizielle Dokumentation (
docs_get), Schema-Hilfen fürworkspace.poly/block.poly/CHANGELOG.poly/secrets.poly, Guides (Ansible, Registry, Debugging, Best Practices) sowie CLI-Metadaten (Versionen, Artefakte). - Lokale Workspace-Dateien (Playbooks,
inventory.yml, Logs) spiegelt Polycrate MCP nicht automatisch. Dort hilft die IDE (z. B. Cursor), die Ihr Projekt ohnehin einliest – in Kombination mit den MCP-Tools entsteht der volle Kontext. - Vollständige Referenz: MCP Server Integration.
Warum reine KI ohne Polycrate-Kontext an Grenzen stößt
KI-Assistenten sind stark bei allgemeinen Ansible- oder YAML-Fragen – aber schwach, wenn es um Ihre Plattform-Standards, freigegebene Blöcke im Hub und korrekte *.poly-Strukturen geht. Ohne Zugriff auf aktuelle Dokumentation und Hub-Daten raten Modelle leicht daneben.
Polycrate MCP füllt genau diese Lücke: kuratierte Quellen (Hub, Docs, eingebettete Guides und Schemas) statt nur „Internetwissen“.
Wie MCP technisch funktioniert (und was polycrate mcp tut)
Stdio-Prozess, kein Dauer-Server im Projektverzeichnis
Der Polycrate-MCP-Prozess kommuniziert per stdio (JSON-RPC). Typischer Ablauf:
- Sie tragen in Cursor, Claude Desktop oder VS Code / Copilot ein, dass der Befehl
polycratemit dem Argumentmcpgestartet werden soll. - Wenn die KI ein MCP-Tool braucht, startet der Client diesen Prozess, spricht mit ihm, und beendet die Sitzung wieder – Sie müssen keinen MCP-Prozess manuell in einem Terminal laufen lassen und nicht „ins Workspace-Verzeichnis wechseln“, damit MCP funktioniert (Polycrate muss nur im
PATHliegen oder mit vollem Pfad konfiguriert sein).
Die offizielle Doku formuliert: Sie müssen den Server in der Regel nicht manuell starten – die Clients tun das anhand der Konfiguration. Siehe MCP Server Integration.
Was Polycrate MCP nicht ist
- Kein Ersatz für Ihr Inventory oder Ihre Playbooks: Es gibt keine Tools, die „den gesamten Workspace“ wie ein Dateisystem exportieren.
- Kein Kanal, über den
polycrate run …aus der KI heraus ausgeführt wird – Ausführung bleibt bei Ihnen im Terminal (oder CI).
Welche Tools Polycrate bereitstellt
Die genaue Liste steht in der Dokumentation; kurz die Kategorien:
| Kategorie | Beispiele | Zweck |
|---|---|---|
| Hub | hub_info, hub_list_blocks, hub_inspect_block, hub_list_versions |
Blöcke im Hub finden, README/Metadaten, Versionen |
| CLI | cli_get_latest_version, cli_list_versions, cli_get_artifacts |
Release-Infos, Download-URLs, Docker-Tags |
| Spec | spec_workspace, spec_block, spec_changelog, spec_secrets |
Korrekte Struktur für *.poly-Dateien |
| Guides | u. a. guide_create_workspace, guide_ansible_patterns, guide_registry_workflow, guide_debugging, guide_best_practices |
Eingebettete Best Practices für Assistenten |
| Dokumentation | docs_get mit topic |
Abruf ausgewählter Seiten der Polycrate-Doku (konfigurierbare Basis-URL) |
Für docs_get gibt es eine feste Liste von Topics (u. a. workspaces, blocke, best-practices, ansible, registry, mcp) – siehe die Tabelle in der MCP-Dokumentation.
Eigene Doku-URL: In ~/.polycrate/polycrate.yml können Sie hub.docs_url setzen (z. B. lokales mkdocs serve oder eine interne Spiegelung). Standard ist die öffentliche Dokumentation.
Einrichtung: Cursor, Claude Desktop, GitHub Copilot
Die Konfiguration ist in der Regel ein JSON-Snippet mit command: polycrate und args: ["mcp"].
- Cursor:
~/.cursor/mcp.json– siehe MCP-Dokumentation. - Claude Desktop: plattformabhängige Pfade zu
claude_desktop_config.json(macOS, Linux, Windows) – gleiche Doku. - GitHub Copilot (VS Code):
.vscode/mcp.jsonim Workspace oder globale Einstellunggithub.copilot.chat.mcpServers– Doku.
Nach Änderungen: Client neu starten. Wenn polycrate nicht im PATH ist, in der Konfiguration den vollständigen Pfad zur Binary angeben (Troubleshooting in der Doku).
Workspace, Inventory und Ansible: Kontext richtig kombinieren
Das folgende Beispiel zeigt einen typischen Polycrate-Workspace mit Linux-Patching – unabhängig von MCP: So sieht workspace.poly, ein Block und ein inventory.yml im Root aus.
# workspace.poly
name: acme-corp-automation
organization: acme
blocks:
- name: linux-patch
from: registry.acme-corp.com/acme/linux/linux-patch:1.0.0
config:
target_hosts_group: linux_servers
# blocks/linux-patch/block.poly (vereinfacht, lokaler Block während der Entwicklung)
name: linux-patch
version: 0.1.0
kind: generic
config:
target_hosts_group: linux_servers
actions:
- name: patch
description: "Linux-Systeme patchen"
playbook: patch.yml
# inventory.yml (Workspace-Root)
all:
children:
linux_servers:
hosts:
server01.acme-corp.com:
ansible_user: ubuntu
server02.acme-corp.com:
ansible_user: ubuntu
MCP liefert dazu z. B. per docs_get die Abschnitte zu Ansible und Best Practices; per hub_inspect_block können Sie einen öffentlichen Hub-Block prüfen, den Sie per from: einbinden. Ihre inventory.yml und Playbooks ließt die KI in Cursor über das Projekt – nicht über einen separaten „Workspace-Export“ von Polycrate MCP.
Praxis: Debugging und Design mit IDE + MCP
- Fehler nach
polycrate run linux-patch patch: Terminalausgabe und Dateien (inventory.yml,patch.yml,block.poly) liegen im Editor – die KI analysiert sie dort. Parallel kann sie per MCPdocs_getmit Topicansibleodertroubleshootingziehen oderguide_debuggingnutzen. - Neuen Workspace planen: Assistent nutzt
spec_workspace, sucht mithub_list_blockspassende Blöcke und verifiziert mithub_inspect_blockREADME und Konfiguration. - CHANGELOG-Eintrag:
spec_changelogliefert das erwartete Format fürCHANGELOG.poly.
So ist der „Infrastruktur-Kontext“ zweigleisig: Projektdateien (IDE) + Polycrate-spezifisches Wissen (MCP).
Sicherheit und Datenfluss (laut Dokumentation)
- Der MCP-Prozess läuft lokal.
- Kommunikation zum Hub erfolgt über HTTPS; es werden keine Credentials an das Modell „zur Tool-Antwort“ geschickt, es werden öffentliche Hub-Daten abgerufen.
- Was die KI aus Ihrem Repo sieht, steuern Sie über die IDE und Zugriffsrechte – das ist nicht identisch mit den MCP-Tool-Antworten.
Details: MCP – Sicherheit und Workspace-Verschlüsselung.
Häufige Fragen
Gibt es polycrate mcp server?
Nein. Der Unterbefehl heißt polycrate mcp.
Muss ich den MCP-Prozess im Workspace-Verzeichnis starten?
Nein. Sie konfigurieren nur den Aufruf von polycrate mit Argument mcp. Das aktuelle Arbeitsverzeichnis für Ihre Shell ist dafür irrelevant; wichtig ist, dass die Binary gefunden wird.
Exportiert Polycrate MCP mein lokales Inventory automatisch?
Nein. Nutzen Sie die Dateiansicht / Kontext der IDE, oder fügen Sie relevante Auszüge in den Chat ein.
Führt MCP polycrate run aus?
Nein. Ausführung bleibt bei Ihnen.
Weitere Fragen: FAQ.
Von der Theorie zur Umsetzung
Polycrate MCP ist kein „magischer Workspace-Spiegel“, sondern eine präzise Brücke zwischen KI-Assistenten und Hub, Dokumentation, Schemas und Guides. Gemeinsam mit der IDE wird daraus ein starker Workflow für Plattform- und Automatisierungsteams.
ayedo entwickelt Polycrate und begleitet Teams bei der Einbindung in moderne Platform-Engineering-Prozesse.
Übersicht und Termine: Workshops.